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Monika Stein GEW

Der Werdegang von Monika Stein in Stichworten:

- Studium an der PH Freiburg
- Referendariat in Offenburg-Weier vom 1.2.1994 bis Sommerferien 1995
- ab 26.2.1996 in Lörrach im Schuldienst
- seit 2010 in Freiburg
- immer als Haupt- und Werkrealschullehrerin
- Seit 2004 Stadträtin in Freiburg
- 2018 Kandidatin zur Oberbürgermeister*innenwahl
- 2020 Landesvorsitzende der GEW Baden-Württemberg
- Verheiratet mit dem Vater einer erwachsenen Tochter

UF: Was hat Ihr Interesse geweckt, sich politisch zu engagieren?

Monika Stein: Der enge Kontakt mit den Schüler*innen hat mir die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft so deutlich vor Augen geführt, dass ich beschlossen habe auch außerhalb meiner Tätigkeit als Lehrerin etwas verändern zu wollen. Mir war es schon immer ein Herzensanliegen, mich für eine sozial-ökologische Gesellschaft zu engagieren, in der sich alle unabhängig von ihren Voraussetzungen wohl fühlen können.

 UF: Erst kürzlich haben Sie die Wahl zur Landesvorsitzenden von Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Warum haben Sie sich für das Amt beworben?

Monika Stein: Bildung ist der Schlüssel zu Teilhabe. Wenn wir es möglich machen können, dass ...

wir in einer Gesellschaft leben, in der alle Kinder unabhängig vom Elternhaus, vom Aussehen, von der Herkunft und von ihrer Gesundheit die für sie besten Bildungsabschlüsse erreichen und einen möglichst guten Start ins Leben haben, dann haben wir viel richtig gemacht.

UF: Was wollen Sie in diesem Amt erreichen? Welche konkreten Ziele wollen Sie in den nächsten Jahren umsetzen?

Monika Stein: Ich möchte ein Bildungssystem, das für alle Kinder die besten Chancen bietet. Ein Bildungssystem, in dem wir endlich genügend Erzieher*innen und Lehrkräfte ausbilden, so dass der Fachkräftemangel in diesem Bereich sich nicht weiter verschärft und damit auch alle Kinder und Jugendlichen optimal gefördert werden können, ist mein Ziel. Ganztagsschulen, die die Chancengleichheit befördern, faire Bezahlung für die Grund-, Haupt- und Werkrealschullehrer*innen, die weniger verdienen als die Kolleg*innen an den anderen Schularten, bessere Rahmenbedingungen (dazu gehört auch die Bezahlung) für Fachlehrer*innen, für Erzieher*innen, Ende der befristeten Verträge an Hochschulen… mir fällt noch viel ein. Leider sind das alles dicke Bretter, die gebohrt werden müssen und es dauert eine ganze Zeit, bis sich endlich etwas ändert.

 UF: Die Corona-Pandemie betrifft die Schulen und das Bildungssystem sehr. Wie wollen Sie diese Krise bewältigen? Welche Maßnahmen erachten Sie als notwendig?

Monika Stein: Um die Kitas und Schulen offen halten zu können, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Das RKI empfiehlt ab einer Inzidenz von 50, die wir schon sehr lange erreicht haben, kleinere Gruppengrößen. Davon ist noch nichts zu sehen. Funktionierende Luftreinigungssysteme, FFP 2 Masken für Lehrkräfte, die sich schützen wollen oder müssen, wären weitere Maßnahmen. Unser Ziel muss sein, dass Kinder und Jugendliche so weit es verantwortbar ist, in Kitas und Schulen gehen können um dort gefördert zu werden und Gleichaltrige treffen zu können. Das sollte uns als Gesellschaft doch etwas wert sein!

UF: Die Corona Pandemie betrifft vor allem benachteiligte Schüler:innen. Was wäre Ihr Ansatz, um diese Bildungsungleichheiten ausgleichen zu können?

Monika Stein: Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir Unterricht weiterhin ermöglichen – aber im sicheren Rahmen. Wenn Wechselunterricht eingeführt wird, sollte er nicht wochenweise erfolgen, weil Schüler*innen, die sich nicht gut strukturieren können, die keinen ruhigen Platz zu Hause haben, um sich konzentriert an Aufgaben zu setzen, oder / und die niemanden haben, der/die inhaltlich oder strukturell unterstützen kann, dadurch abgehängt werden. Viele Schüler*innen hatten bei der Schulschließung im Frühjahr große Schwierigkeiten, ihren Tages-/Nachtrhythmus einigermaßen zu halten. Sozialarbeiter*innen, Lehrkräfte, Erzieher*innen sind oft Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche, die es nicht leicht haben im Leben. Die Möglichkeit, ihnen niederschwellig zu begegnen, sollten wir diesen Kindern und Jugendlichen nicht nehmen. Wer gerade erst Deutsch lernt, ist auf eine Umgebung angewiesen, in der Deutsch die Alltagssprache ist. Kleinere Klassen ermöglichen eine deutlich individuellere Förderung und Unterstützung. Digitaler Fernunterricht setzt voraus, dass alle Schüler*innen digitale Endgeräte haben und Zugang zu einem stabilen WLAN. Wir sollten uns klar machen, dass das auch bei Jugendlichen in Freiburg nicht immer der Fall ist.

UF: Wo wollen Sie hin? Was sind Ihre Wünsche und Ziele?

Monika Stein: Ich bin jetzt beruflich da, wo ich hoffentlich viel Gutes für viele Menschen bewirken kann. Hoffentlich kann ich zufrieden mit meiner Arbeit sein und dem, was dabei herauskommt. Und privat bin ich sehr glücklich, ich hoffe nur, dass ich trotz meiner neuen Aufgabe genügend Zeit in Freiburg verbringen kann.

UF: Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die auch etwas erreichen wollen?

Monika Stein: Wenn jemand fragt, ob Sie eine verantwortungsvolle Aufgabe oder eine Führungsaufgabe übernehmen wollen, über die Sie noch nicht nachgedacht haben, nehmen Sie diesen Vorschlag ernst.
Fragen Sie dann nicht nur, was alles dagegen spricht, dass Sie die richtige Person für diese Stelle sind, sondern fragen Sie sich, was dagegen sprechen soll, dass Sie es gut machen können!
Lassen Sie sich auf dem Weg dahin von den Personen, von denen so ein Vorschlag kam, unterstützen!

UF: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Monika Stein: Danke gleichfalls!

 

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